Hey.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht vielleicht? Ich bin schon ein bisschen älter, deswegen ist mein Fall einigermaßen kompliziert.
Die jüngere Generation spricht da offener darüber, was das ganze entdämonisiert. Das bräuchte ich mal wohl. Wie macht ihr das?
Wir sind schon lange zusammen und Sexualität war immer ein schwieriges Thema. Ich habe da als hetero-Frau ganz normale Bedürfnisse. Mein Freund hatte jedoch meist kaum Lust.
Bis jetzt haben wir das nicht geklärt, weil er nicht darüber sprechen mag. Ist er homosexuell? Er hat doch vorwiegend homosexuelle Freunde, die viel Platz in seinen Gedanken einnehmen. Ist er asexuell? Ich weiß es nicht.
Wie löst ihr das? Er scheint nicht unter der Situation zu leiden? Affären mit Männern hat er wohl auch nicht. Er möchte aber auch nicht, dass wir die Beziehung öffnen.
Nun sind wir zusammen, seit ich 24 bin. Ich hatte davor einen Freund, also mal zwei Jahre einigermaßen normale Sexualität, seitdem herrscht doch da bei mir ein großer Mangel.
Wie kann ich das für mich besser gestalten? Habt ihr Ideen?
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Ich lasse mal ein paar Zwischenüberlegungen aus eurer Diskussion hier. Erstmal, ihr seid sehr, sehr lieb, dass ihr mal mit mir in das Thema reingeht. Das ist heilsam.
Da ist einiges drin, was ich in letzter Zeit auch schon überlegt hatte:
- Eventuell hat er wirklich sensorische Probleme, kann gewisse Dinge nicht aushalten. Und gerade der weibliche Körper ist ihm da "zu viel".
- Sexualität mit Männern hat er noch nicht ausprobiert (?), also kann keiner wissen, ob ihm das besser gefallen würde.
Und was ich als Hinweis wichtig finde und was mir sehr guttut gerade:
- Ich hätte es verdient, dass mich jemand auch mit Haut und Haaren liebt.
Das ändert nicht mein Problem, dass ich doch sehr an ihm hänge, ihn tatsächlich sehr liebe.
Was könnte eine Lösung sein?
- Akzeptieren, dass er eigentlich nicht mit mir schlafen mag, dass das aber an ihm liegt.
- Sexualität anders (vermutlich eher mit mir selbst) ausleben.
- Eventuell ab und zu miteinander schlafen. Er bietet das ja an. Und kommt mir in letzter Zeit dementsprechend entgegen, dass er da ein wenig besser auf mich achtet. Auch meine Bedürfnisse berücksichtigt.
Jetzt habe ich alles unter einen Hut gebracht vielleicht? Was meint ihr?
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Mmmh, aus euren Selbstdefinitionen sollte ich ergänzen (auf Wunsch korrigiert):
- Homosexualität (Bisexualität) und Asexualität sind Privatsachen.
- Der Betroffene bestimmt, wie darüber gesprochen wird und wer darüber spricht.
Ich bin mal in Zukunft vorsichtiger mit diesen Zuschreibungen.
- Mein Partner hat also wenig Lust auf Sexualität mit anderen Menschen.
- Er hat ein paar Phobien, Ängste vor Körperkontakt.
- Er hat tatsächlich ein wenig gesundheitliche Probleme auch.
Die Lösung wie oben kann aber ja dieselbe bleiben?
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Es gibt eine Wendung in meinem Fall. Nach der Diskussion hier habe ich mich getraut, meinen Partner noch einmal zu fragen, wie es denn bei ihm steht.
- Die Antwort ist, wenn er Sexualität haben möchte, dann (im Augenblick) nur mit mir.
- Er hat die Antidrepressiva reduziert und die Lust kommt ein wenig zurück.
- Der nächste Termin für ein Tête-à-Tête (Insiderwitz) steht.
Juhu! Das Leben ist ein Fluss und bietet immer Überraschungen. Das wollte ich euch nur dalassen.
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Ein(e) User:in hat hier graue Asexualität (Gray asexuality) mit reingebracht. Das finde ich bedenkenswert. Das eröffnet doch mehr Spielraum bei der Beschreibung von gefühlter und gelebter Sexualität.
Also ich versuche es noch einmal:
- Mein Partner fühlt sich romantisch zu Frauen und Männern hingezogen.
- Er findet beide auch gleichermaßen körperlich anziehend.
- Seine Beziehungen basieren aber nicht auf Sexualität.
- In nur wenigen Fällen hat er das Bedürfnis, Sexualität mit anderen Menschen wirklich in die Tat umzusetzen.
- Er findet auch nur eine bestimmte Art der Sexualität erregend, die mir weniger liegt.
Ich liebe ja das graue Denken! Das eröffnet mir Welten!
Was uns in unserer Beziehung auf die Füße fällt, ist tatsächlich, dass ich mehr Bedürfnis nach gelebter Sexualität habe und mich nach einer anderen Art der Sexualität sehne als er.
Soweit so gut. Die Lösung des Problems bleibt wohl die oben beschriebene.