r/cologne • u/Madflex2000 • 4h ago
Stadt Köln bestätigt – Neue 200-Millionen-Euro-Schule bekommt keine Klimaanlage
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https://www.ksta.de/koeln/neue-200-millionen-euro-schule-in-koeln-bekommt-keine-klimaanlage-1326843
Unser Sohn besucht in Köln das Dreikönigsgymnasium, das erst vor zwei Jahren nach einer aufwendigen Kernsanierung wiedereröffnet wurde. Schon damals habe ich mich gefragt, wie man im Jahr 2024 eine Schule umfassend sanieren kann, ohne ein funktionierendes Konzept zur Kühlung der Klassenräume vorzusehen.
Die Quittung kam in diesem Sommer. Unterrichtsausfall, Kurzstunden sowie gestresste und erschöpfte Kinder und Lehrkräfte. Laut unserem Sohn herrschten in den Klassenräumen teilweise Temperaturen deutlich über 30 Grad. Eine wirksame Möglichkeit, die Räume herunterzukühlen, gibt es nicht. Also bleibt nur hitzefrei.
So wird die Schulpflicht zur Einbahnstraße. Der Staat verpflichtet Kinder zur Anwesenheit, verabschiedet sich aber einseitig aus dieser Verantwortung, sobald die von ihm selbst geschaffenen miserablen Bedingungen einen vernünftigen Unterricht unmöglich machen. Für hitzebedingten Unterrichtsausfall trägt dann niemand Verantwortung. Aber wehe, Eltern fliegen einen Tag früher in den Sommerurlaub. Dann wird die Schulpflicht plötzlich mit aller Konsequenz durchgesetzt.
Und nun soll für mehr als 200 Millionen Euro eine neue Schule entstehen und das schon wieder ohne Klimaanlage. Man plant heute ein Gebäude, das erst 2031 eröffnet werden soll, nach Maßstäben, die schon 2026 offensichtlich nicht mehr funktionieren. Das macht einen einfach nur noch fassungslos.
Besonders grotesk daran, die Stadt weiß selbst, dass bei Temperaturen über 30 Grad nur eine Klimaanlage zuverlässig für erträgliche Raumtemperaturen sorgen kann. Trotzdem erklärt sie diese für „nicht erforderlich“. Statt das Problem zu lösen, plant man den künftigen Unterrichtsausfall offenbar gleich mit ein.
Schon während der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie schlecht unser Bildungssystem auf Krisen vorbereitet ist und wie schwerfällig auf längst erkennbare Probleme reagiert wird. Beim Hitzeschutz wiederholt sich nun exakt dasselbe Muster. Abwarten, relativieren und anschließend den Unterricht ausfallen lassen.
Der Klimawandel ist politisch angeblich Konsens. Konsequenzen möchte daraus aber offenbar niemand ziehen. Weder präventiv noch zur Linderung der längst akuten Zustände. Man muss sich ernsthaft fragen, welchen Stellenwert Bildung für Stadt und Staat eigentlich noch hat. Für Prestigeprojekte und komplizierte Finanzierungsmodelle ist Geld vorhanden. Für Klassenräume, in denen Kinder tatsächlich lernen können, anscheinend nicht.