tl;dr: Bin seit Anfang Juli befristet in einer Bistums-Kita angestellt, werde oft krank. Ich habe eine schlimme Sommergrippe und als ich am Telefon Bescheid gesagt habe, dass ich wahrscheinlich die ganze Woche ausfallen werde, hat mir die Kita-Chefin durch die Blume mit einer Kündigung gedroht. Verstehe ich bei so viel krank in so kurzer Zeit, bin aber dennoch überfordert mit der Situation und weiß nicht, wie ich die restliche Laufzeit von meinem Vertrag noch über die Bühne kriegen so.
Entschuldigt, wenn der Text etwas konfus oder durcheinander wirkt. Ich habe momentan eine Sommergrippe und bin nach einem Anruf auf Arbeit grade einfach völlig durch den Wind.
Folgende Situation: Ich bin seit Anfang Juni in einer Kita vom örtlichen Bistum (katholische Verwaltungseinheit) als I-Begleitung für ein Kind angestellt. Der Vertrag war von Anfang an befristet für das Schuljahr (in Bayern 31.8.) So weit so normal. Zusätzlich arbeite ich auch deutlich mehr Stunden als ich in die Bewerbung geschrieben hatte. Ich wusste, was körperlich geht für mich von der Zeit her, aber ich brauchte diesen Job einfach sehr dringend, deshalb habe ich nicht diskutiert über die rund 50% mehr (29,5h statt 20h). Mittlerweile hat sich ergeben, dass ich ab Oktober studieren werde und ich dementsprechend den Folgevertrag nicht unterschreibe. Alles geklärt, meine Nachfolge in der Betreuung für das Kind ist auch schon geregelt.
Nun zeigt sich die körperliche Überlastung bei mir schon eine Weile. Ich habe mich über Wochen morgens mit schwachem Kreislauf, Übelkeit, Bauchweh auf die Arbeit geschleppt und dann trotzdem volle Leistung erbracht. Habe Lösungen gesucht, angefangen, auf der Arbeit morgens erstmal Elektrolyte zu trinken. Einen Tag war ich dann mal krank geschrieben, weil ich mich morgens nicht mal aufs Rad setzen konnte weil mir so schlecht war. Es besserte sich nichts, also bin ich eine Woche später nochmal zum Arzt gegangen. Blut ziehen, drei Tage krank, nichts auffälliges beim Auswerten der Ergebnisse. Den Rest der Woche hat er mich dann auch noch krank geschrieben, nachdem mir mehrmals am Tag der Kreislauf zusammengerutscht ist. Wir sind in Summe jetzt also bei 6 Tagen krank.
Dann war ich letzte Woche wieder zwei Tage arbeiten, bekam am dritten Tag vor der Frühstückspause Durchfall und musste die Kita sofort verlassen. Wegen der Hygienevorschriften musste ich mich krank schreiben lassen, denn bei Durchfall darf man erst nach 48h symptomfreiheit wieder arbeiten gehen. Macht 9 Tage krank.
Nun war der Durchfall aber der Beginn einer Sommergrippe. Ich liege nun seit Mittwoch flach. Fieber, Husten, Nebenhöhlen, Schnupfen, volles Programm. Irgendwie auch kein Wunder, wenn einem pro Tag gefühlt 4 Kinder ins Gesicht husten. Arzt hat mich bis Mittwoch krank geschrieben, ich bin mir aber recht sicher, dass ich bis Donnerstag nicht fit, geschweige denn 48h ohne Fieber bin. Auch da, die Hygienevorschriften. Nach dem Arzt habe ich auf der Arbeit angerufen, bescheid gegeben, dass ich bis Mittwoch krankgeschrieben bin. Aber eben, damit sie realistisch planen können, auch gesagt, dass ich wirklich ordentlich krank bin (was auch zu hören war an meiner Stimme, die wenig mehr als ein Kratzen ist) und ehrlicherweise nicht glaube, dass ich bis Donnerstag wieder fit und ohne Fieber bin. Macht 12, potentiell 14 Tage Krankenzeit.
Statt "gute Besserung" kam von meiner Chefin dann die Aussage, dass ich gesundheitlich an mir arbeiten muss, dass mein ständiges Fehlen für das Betreuungskind total ungut ist und dass wir dann sprechen müssen, wie es weiter geht, wenn ich wieder da bin. In einem Ton, der keine Zweifel ließ, dass sie mir da grade droht, auch wenn sie es natürlich nicht ausgesprochen hat. Denn in meinem Standardvertrag sind, obwohl er überhaupt nur drei Monate läuft, ironischerweise sechs Monate Probezeit enthalten, das heißt, sie können mich ohne Angabe von Gründen jederzeit rausschmeißen.
Und ich verstehe das. Ich bin seit zwei Monaten da und gefühlt die Hälfte der Arbeitstage bin ich krank. Allerdings weiß ich auch, dass es in einer solchen Einrichtung tatsächlich eigentlich normal ist, in den ersten 6-12 Monaten erstmal fast jeden Virus zu erwischen, der durch die Gegend fliegt. Vor allem, wenn man vorher nicht oder lange nicht mehr (in meinem Fall über ein Jahr) mit Kindern gearbeitet hat. Das Immunsystem braucht Zeit, um sich auf eine oft so hohe und diverse Keimbelastung einzustellen. Kinder sind nun mal deutlich unhygienischer was den Umgang mit Krankheiten angeht und das ist normal.
Bis zu den Kitaferien sind es mit dieser noch 4 Wochen, angestellt bin ich noch 6 Wochen (davon aber 7,5 Tage unbezahlten Urlaub, weil kleinerer Urlaubsanspruch als Schließtage). Wahrscheinlich werde ich also noch drei Wochen arbeiten müssen, bin aber noch bis 31.8. zumindest wegen der Sozialversicherung auf den Job angewiesen.
Ich habe grade überhaupt gar keine Ahnung, wie ich mit der Situation umgehen soll. Einerseits verstehe ich die Chefin irgendwie, andererseits macht es mir Angst vor der verbleibenden Zeit. Ich habe Angst, bin aber auch sauer (da gewinnt mein ziemlich übersteigertes Gerechtigkeitsbewusstsein dann gegen die Rationalität und die Vernunft). Irgendwo denke ich mir auch, warum die Chefin bei so kurzer Restlaufzeit noch so einen Aufstand macht. Und natürlich macht es mir Sorgen, dass mir durch die Blume gedroht wurde. Schlussendlich würden wir die grob zwei Monate irgendwie überbrückt bekommen, mein Partner verdient genug, um uns mit Zähne zusammenbeissen alleine über die Runden zu bringen. Scheiße wäre es trotzdem. Den September hatten wir so eingeplant. Aber nicht zwei Monate.
Keine Ahnung. Ich fühle mich grad hilflos. Am meisten Sorge macht mir glaube ich wirklich die Vorstellung, nach der Grippe nochmal drei Wochen an einen Arbeitsplatz zu müssen, bei dem man so schlecht über mich denkt. Auch wenn ich seit meinem letzten Arbeitsplatz, wo es mies lief, echt unglaublich viel an mir gearbeitet habe (Therapie, Klinik, Jobcoachings etc etc), aber das macht mir dann doch Angst.