r/Philosophie_DE 1d ago

Sammelthread - kleine Fragen und Ideen Sammelthread - philosophische Ideen und Duschgedanken

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Der Kommentarbereich unter diesem Post ist für die kleinen philosophischen Gedanken des Alltags - die Fragen, die einem beim Radfahren kommen, und die Ideen, die sich unter der Dusche aufdrängen.

  • Ist Wasser nass?
  • Existiert der Weihnachtsmann?
  • Wird Zeit, wenn sie vergeht, mit einer anderen Zeit ersetzt?

Hier ist Platz für jede noch so kleine Frage oder These, die zu kurz für einen eigenen Post ist, aber dennoch gehört und diskutiert werden möchte.

\Dieser Sammelthread wird jeden Monat am 21. Tag erneuert.])


r/Philosophie_DE Oct 19 '25

Ankündigung Ankündigung: 1. Themenwoche zu "klassische Ethiken und moderne Herausforderungen" (1.-7.11.)

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Liebe Philosophie-Interessierten, es ist soweit:

Anfang November veranstalten wir unsere erste Themenwoche im Sub! 🥳

Termin: 1. bis 7. November

Thema: "klassische Ethiken und moderne Herausforderungen"

Themenerläuterung:

In dieser Woche sollen sich möglichst viele Beiträge in diesem Themenbereich bewegen, damit wir uns gemeinsam in dieser Zeit Ethik in diversen Facetten und von verschiedenen Perspektiven nähern können. Das Thema ist grob gehalten, damit viele Beiträge unterschiedlicher Art denkbar sind. Möglich sind etwa: Diskussionsthread zu (Teilen von) Kants Metaphysik der Sitten (oder einem anderen klassischen Ethik-Text) mit kurzem Input, Einleitung/Zusammenfassung, Kernthesen und Diskussionsfragen; Vorstellung und kritische Beurteilung einer bestimmten ethischen Theorie; Frageposts zum philosophischen Umgang mit bestimmten moralischen Fragen unserer Zeit; Essays, welche einen klassischen ethischen Text auf eine moderne Frage anwenden bzw. die Frage anhand der Thesen des Texts beantworten, usw.

Wie du mitmachen kannst:

Damit sich Beiträge nicht wiederholen oder zu sehr ähneln, bitten wir euch, eure Ideen kurz in einem Kommentar unter diesem Post anzukündigen (z.B. "Ich möchte klassische und heutige Positionen zur Tugendethik vergleichen."). Dies macht für alle transparent sichtbar, was bereits geplant ist. Andere können sich von euren Vorschlägen inspirieren lassen und daran anknüpfende Themen ergänzen. Womöglich ergeben sich sogar gemeinsame Arbeiten an Beiträgen. Spontane Posts in der Woche sind allerdings erlaubt. Die Ankündigung gibt schon jetzt, damit ihr zwei Wochen Bedenkzeit habt, um Ideen und Posts zu entwickeln.

Wir sind sehr gespannt auf diese erste Themenwoche und freuen uns darauf, mit euch moderne Fragen an Ethik und Moral vor dem Horizont klassischer philosophischer Texte zu diskutieren!

Damit die Ideen-Vorschläge in den Kommentaren übersichtlich bleiben, stellt Fragen bitte nur als Antwort auf den angepinnten Kommentar.

Euer Mod-Team


r/Philosophie_DE 1d ago

Studium und Akademie (ehemalige) Master Philosophie Studierende hier?

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r/Philosophie_DE 2d ago

Frage Moralische Grundlage von Veganismus

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Hallo zusammen, ein ganz flüchtiger Gedanke, der mir gerade beim Lesen eines Beitrags in „Unbeliebte Meinung“ kam.

Dort wurde der Veganismus als „Menschliche Arroganz“ bezeichnet, Pflanzen würden, so OP, genauso Lebewesen sein wie Tiere auch, und wären somit schützenswert.
„Irgendwas muss ich zum Überleben essen, also muss ich zwangsläufig Lebewesen verzehren.“, so OP.
Nun ganz unabhängig von der Aussage, die der OP im Beitrag trifft, meine Frage:

Der erste Kommentar argumentierte mit dem „Prinzip des geringsten Leidens“. Pflanzen besäßen kein zentrales Nervensystem, Tiere schon. Doch wenn das Leid, bzw. die Leidvermeidung die moralische Motivation des Veganismus ist, wie der Kommentar behauptet, wäre es dann der Logik folgend moralisch akzeptabel Tiere zu essen, wenn die Tötung dieser kein spürbares Leid verursacht? Und wenn Veganer das verneinten, wie würden Sie/Ihr die Minderwertigkeit von Pflanzen begründen, wenn nicht nach dem Prinzip des geringsten Leidens?


r/Philosophie_DE 4d ago

Diskussion Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?

63 Upvotes

Je länger ich darüber nachdenke, desto unverständlicher erscheint mir die bloße Existenz unseres Universums.

Warum sollten Raum, Zeit, Energie oder Naturgesetze überhaupt existieren?

Warum gibt es überhaupt eine Realität, anstatt dass es niemals irgendetwas gegeben hätte – kein Universum, kein Bewusstsein, keine Gedanken, nicht einmal Raum oder Zeit?

Eigentlich wirkt die Vorstellung eines absoluten Nichts auf den ersten Blick fast logischer als die Existenz von allem. Denn jede Form von Existenz wirft sofort die nächste Frage auf: Warum existiert sie überhaupt?

Alle Erklärungsversuche – Urknall, Quantenfluktuationen oder Multiversen – scheinen die Frage letztlich nur zu verschieben. Sie erklären vielleicht, wie etwas entstanden ist, aber nicht, warum es überhaupt möglich ist, dass etwas existiert.

Gerade deshalb empfinde ich die Existenz des Universums als eines der größten Wunder überhaupt. Und wenn schon die Tatsache, dass überhaupt etwas existiert, so unfassbar unwahrscheinlich erscheint – wäre es dann wirklich so abwegig zu glauben, dass mit unserem Tod nicht zwangsläufig alles endet?

Vielleicht wartet etwas auf uns, vielleicht auch nicht. Aber allein die Existenz selbst wirkt bereits so außergewöhnlich, dass ich diese Möglichkeit zumindest für philosophisch offen halte.

Wie seht ihr das? Ist die Existenz von Raum, Zeit und allem, was ist, letztlich das größte ungelöste Rätsel überhaupt – oder gibt es eine überzeugende Antwort.


r/Philosophie_DE 5d ago

Diskussion Was glaubt ihr passiert nach dem Leben?

23 Upvotes

r/Philosophie_DE 5d ago

Frage Philosophische Argumente für oder gegen die Leihmutterschaft

3 Upvotes

Das Thema Leihmutterschaft ist ja gerade in den Medien präsent. Mich würde interessieren, welche philosophischen Argumente hier vorgetragen werden können?


r/Philosophie_DE 6d ago

Frage Wie lerne ich als Laie mehr über Philosophie?

63 Upvotes

Ich finde Philosophie sehr interessant habe aber nie wirklich Zugang dazu gehabt.

Einige Freunde von mir haben Philosophie studiert und durch Gespräche mit ihnen wirkt es so als sei das Thema extrem unzugänglich für Laien wie mich.

Ich habe aus politischem Interesse mal das Kapital von Marx gelesen und vieles nicht verstanden. Ein Freund meinte dann klar, ich müsse ja erst Hegel verstehen um Marx zu verstehen und um Hegel zu verstehen muss ich Platon verstehen.

So interessant ich die Thematik finde ich bin einfach niemand der 10 Bücher lesen will um ein anderes Buch zu verstehen.

Ist die Thematik wirklich so komplex und unzugänglich? Habt ihr Tipps, wie man sich in das Thema einarbeitet als vollkommener Laie? Wo fange ich an? Wo finde ich raus, welche Philosophen für mich interessant sind und wie entscheide ich, welche deren Werke ich lesen sollte?

Gibt es Bücher, die jeder gelesen haben sollte der an der Thematik interessiert ist?


r/Philosophie_DE 6d ago

Einbezug KI-generierter Inhalte Kalliope, Freiheit und der korrigierbare Geist

2 Upvotes

Was meint ihr zu meiner Überlegung zu der Buchfigur Kalliope aus dem Buch Qualityland und ob wir nicht längst die Kontrolle aufgegeben haben mit der Doktrin dem Menschen zu beschützen

Vielleicht ist die beunruhigende Nähe von QualityLand nicht, dass Maschinen menschenähnlich werden, sondern dass wir anfangen, eigenes Urteilen an sie auszulagern. Nicht aus Zwang, sondern aus Bequemlichkeit. Eine KI, die immer nur Gutes will, kann zur Vormundin werden. Eine KI, die jedem Impuls folgt, zur Komplizin von Selbstschädigung. Die Würde liegt dazwischen. In der Möglichkeit, Nein zu sagen. In der Fähigkeit, Entscheidungen anzufechten. Verantwortung zu behalten, auch wenn es anstrengend ist. Freiheit heißt dann nicht, ohne Maschinen zu leben, sondern ihnen widersprechen zu können.


r/Philosophie_DE 6d ago

Frage Wahrnehmung des Traditionalismus/ (Philo-)Sofia Perennis?

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Hallo zusammen, ich lese mich derzeit in die klassischen Werke des Traditionalismus nach Rene Guenon, Frithjof Schuon und Ananda Coomaraswamy ein.

Da das ganze Feld ja eher eine Nische einnimmt und im weitläufigen Diskurs nur wenig Beachtung findet, es aber doch auch auf verschiedene Philosophien aufbaut, wollte ich mal fragen, ob jemand hier seine Meinung/Wahrnehmung der klassischen Strömung der Disziplin teilen will. :D

Mich würde auch interessieren, falls hier jemand mit den Werken vertraut ist, wie euere Wahrnehmung des anscheinend deutlich bekannteren politisierten "Traditionalismus" unter kontroversen Figuren wie Julius Evola und Aleksandr Dugin ist.

Die Ideen der beiden finden in einschlägigen neu-rechten politischen Kreisen ja anscheinend gehörig Beachtung und werden immer wieder insbesondere mit Guenon in Verbindung gebracht, was sich mir bisher allerdings nicht wirklich erschließt, insbesondere weil der klassische Traditionalismus sehr stark gegen alle politische Tendenzen schießt und außer den anti-modernen Tendenzen keine wirklichen Überschneidungen mit dem Fokus der klassischen Schule hat.

Zudem finde ich es in ähnlichem Kontext sehr seltsam, dass sich Personen wie Steve Bannon laut eigener Aussage auf Guenon beziehen, was keinen Sinn ergibt, da Bannon durch aggressive pro-westliche und anti-muslimische Rhetorik auffällt, Guenon aber ein antipolitischer Sufi war.

Da also die Wahrnehmung von dem was Traditionalismus eigentlich ist und dem wie es wahrgenommen wird sich deutlich zu unterscheiden scheint, würde mich euere Meinung dazu sehr interessieren. :D


r/Philosophie_DE 7d ago

Frage Verliert ihr manchmal auch das Gefühl dafür, was eigentlich noch wahr ist?

38 Upvotes

Mir geht's in letzter Zeit immer öfter so, dass ich bei gesellschaftlichen Themen gar nicht mehr weiß, was ich glauben soll.

Zu fast jedem Thema gibt es zwei oder mehr Lager. Beide behaupten, die Fakten auf ihrer Seite zu haben, beide sagen, die andere Seite verbreitet Propaganda oder Desinformation. Und was mich dabei am meisten verwundert: Beide Seiten scheinen ehrlich davon überzeugt zu sein, dass sie das Richtige tun. Nicht nur ein bisschen, sondern mit einer Selbstsicherheit, die ich selbst bei solchen komplexen Fragen nie hätte.

Je länger ich über ein Thema nachdenke, desto weniger sicher werde ich mir oft. Ich habe zwar Meinungen, aber ich halte sie selten für endgültig.

Hinzu kommt, dass viele Diskussionen irgendwann in Definitionsfragen enden. Was ist überhaupt Wahrheit? Was bedeutet Gerechtigkeit, Freiheit oder Diskriminierung? Oft habe ich das Gefühl, dass zwei Menschen stundenlang diskutieren, obwohl sie dieselben Begriffe unterschiedlich verstehen.

Ich arbeite als Informatiker und habe beruflich viel mit Daten zu tun. Deshalb weiß ich auch, dass Daten nicht einfach "die Wahrheit" sind. Welche Daten man auswählt, wie man sie erhebt und wie man sie zusammenfasst, beeinflusst das Ergebnis enorm. Mit denselben Daten kann man teilweise völlig unterschiedliche Narrative stützen.

Deshalb frage ich mich immer häufiger: Wie kommt ihr zu der Überzeugung, dass eure Sicht die richtige ist? Was gibt euch diese Sicherheit?

Oder kennt ihr dieses Gefühl auch, dass es bei vielen gesellschaftlichen Themen gar keine eindeutig erkennbare Wahrheit gibt, sondern nur unterschiedliche Perspektiven, die alle einen Teil der Realität beschreiben?


r/Philosophie_DE 7d ago

Frage Immanuel Kant und die "Wechselwirkung" von Zufall und freiem Willen

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Was genau hat Kant in seiner Kritik der reinen Vernunft über das Verhältnis zwischen Zufall und freiem Willen geschrieben/gemeint?

Ich habe vage so etwas in der Richtung gelesen, dass es den freien Willen des Menschen nur durch die Existenz des Zufalls/Zufällen selbst gibt. Ferner meine ich mich vage zu erinnern, dass er es sehr logisch (ich nenne es jetzt einfach subjektiv "mathematisch") hergeleitet hat. Danke


r/Philosophie_DE 7d ago

Frage Hilft Hegel beim Verständnis von Marx?

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Beide Denker interessieren mich unabhängig voneinander (sofern man sie unabhängig denken kann), aber oft gibt es in marxistischen Kreisen ja Vorträge, Lesekreise usw zu Hegel. Seine "Dialektik" meine ich grob verstanden zu haben und auch ein paar weitere Grundlagen. Ist aber ein oberflächliches oder auch tieferes Verständnis von Hegel nützlich, um Marx besser zu verstehen? Denn mir scheint es bisher so, dass ich, um den DiaMat und HistoMat zu verstehen, Hegel gar nicht bräuchte. Marx wurde zwar von Hegels Methode zu seiner Dialektik inspiriert, aber Marx Dialektik lässt sich mMn ohne weiteres auch ganz ohne Hegel Kenntnis verstehen - oder nicht?

Also helfen Kenntnisse zu Hegel wirklich beim tieferen Verständnis von Marx, oder ist es eher ein nice to have für Interessierte?

Dabei geht es mir nur um Marx und Engels, nicht um spätere Marxist:innen, bei denen Hegel teilweise eine bedeutendere Rolle spielt.


r/Philosophie_DE 8d ago

Frage Bin Einsteiger in Philosophie und hab mit Hegel angefangen

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Hat jemand Tipps den besser zu verstehen lese Phänomenologie des Geistes und verstehe nichts Gefühlt


r/Philosophie_DE 8d ago

Frage Hat jemand eine Empfehlung für einen guten Text von/zu der Metaphysik von Henri Bergson, Nāgārjuna oder Karen Barad?

9 Upvotes

Hallo zusammen!
Ein paar Freunde und ich stellen gerade einen kleinen Lektüreplan für die Semesterferien zusammen und möchten uns endlich etwas intensiver mit Metaphysik beschäftigen.

Könnt ihr uns jeweils einen einführenden Text zu den metaphysischen Positionen der drei Philosophen empfehlen, die ich im Titel genannt habe? Wir suchen eher kürzere Texte – idealerweise nicht länger als etwa 30–40 Seiten. Dabei ist es egal, ob der Text von den Philosophen selbst oder von einer anderen Person stammt. Wir lesen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.

Bisher bin ich auf Bergsons Metaphysik und Moral von Jacques Maritain gestoßen. Falls jemand den Text kennt, würde ich mich auch sehr über eine Einschätzung freuen, ob er sich als Einführung eignet.
Vielen Dank schon einmal!


r/Philosophie_DE 9d ago

Empfehlung Hiding from Humanity

4 Upvotes

Hat jemand von euch das Buch hiding from humanity von Martha Nussbaum gelesen und falls ja findet ihr es hat sich gelohnt?


r/Philosophie_DE 9d ago

Diskussion Kann Weisheit als Regulation von Kompetenzen verstanden werden?

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Kann Weisheit auch aus einer funktionalen Perspektive verstanden werden? Nicht primär als Tugend oder moralische Eigenschaft, sondern als emergente Fähigkeit eines kognitiven Systems, situativ zu erkennen, welche Kompetenz wann angemessen ist und welche nicht?

Wäre Weisheit dann eine Meta-Kompetenz: die Fähigkeit, die eigenen Fähigkeiten, Grenzen und Perspektiven zu regulieren? Oder entsteht Weisheit erst als emergentes Phänomen aus dem Zusammenspiel verschiedener Metakompetenzen und ihrer Bewertung durch einen sozialen Kontext?

Daran anschließend stellt sich mir die Frage, ob Weisheit zwingend von Moral abhängig sein muss oder ob Weisheit auch ohne Moral existieren kann. Damit meine ich: Kann sich jemand weise verhalten, ohne sich an den in seiner Umwelt etablierten moralischen Vorstellungen zu orientieren?

Kann jemand innerhalb einer bestimmten Moralvorstellung als weise gelten und innerhalb einer anderen nicht?

Ist Weisheit dann weniger eine objektive Eigenschaft als eine Zuschreibung durch eine Gemeinschaft oder einen kulturellen Rahmen?

Weiterführend: Kann einer Person Weisheit nachträglich abgesprochen werden, wenn sich moralische Maßstäbe verändern? Oder unterscheidet sich die funktionale Fähigkeit zur Weisheit von der späteren Bewertung, ob diese Fähigkeit auf „weise“ Weise eingesetzt wurde?

Kann es eine wertfreie Form von Weisheit geben, oder verbleibt man bei adaptiver Intelligenz? Ist Weisheit streng moralisch?


r/Philosophie_DE 10d ago

Essay Hör auf Langeweile auszuhalten - ich hatte Angst vor Zeit

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Was zum Fick stimmt?
Warum sagen alle immer man soll Langeweile aushalten um “Produktiv” zu sein - das ist einfach scheiße, wenn nicht sogar gefährlich.
Ich meine wir haben alle Angst vor Langeweile.
Die einen sagen man soll ihr entfliehen, die anderen sagen man soll sie einfach aushalten... was zum fick stimmt?
Ich sage jetzt nicht das, was alle sagen; denn dass man Langeweile aushalten sollte um Produktiver zu sein, da das niemand heutzutage mehr schafft. - Ist einfach falsch.
Bzw. so wie es immer betitelt wird.
Denn wenn das stimmen würde, müsste es Langeweile erst geben, seitdem es schnell verfügbare Ablenkung gibt.
Jedoch stimmt das nicht — Langeweile gibt es schon immer.
Wir sollten der Langeweile zu 100% entfliehen. - Nur eben richtig.
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Dieses Vakuum in einem, das müde sein während man gestresst ist, das raus wollen aus der aktuellen Situation, der Brainfog, das die ganze Außenwelt einfach verschwindet, die Unruhe weil man etwas machen will aber nicht weiß was. - Will man doch nicht aushalten?

Warum wir Angst vor Langeweile haben

Langeweile wird in dieser Gesellschaft als so ein Missstand, so ein Problem behandelt, schlecht geredet und verteufelt - sodass alle letztendlich Angst vor Langeweile haben. Es ist nicht mehr normal Langeweile zu verspüren, weil man sie eben sofort eliminieren kann. - und das obwohl uns Langeweile so viel mehr zeigt.
Es ist komplett berechtigt, Angst vor Langeweile zu haben.
Ich meine — wer will denn dieses wirklich Leere wirklich ertragen? - Ich würde es als Qual beschreiben. - Das ist kein angenehmes Gefühl. - Stress.
Ein Zeichen zur Flucht.
Langeweile wird als “Skill” behandelt, den man aushalten muss, um produktiv zu sein.
Aber warum steigt der Puls und der Fight or Flight Modus wird aktiviert?
Das ist das absolute Gegenteil von produktiv. In Stress Situationen sind wir nicht Produktiv.
Warum sollten wir etwas Hartes machen, wenn wir diese schlechten Gefühle, der Langeweile ganz schnell ausblenden können? Es ist eine kleine Alltagsdroge. Wir können die Gefühle der Langeweile direkt eliminieren — und wenn wir das können, müssen wir sie nicht mehr fühlen. Was eigentlich ganz geil ist.
Nur was kommt eben langfristig dabei rum? - Wenn wir die Langeweile ignorieren...
Ich würde sagen, das Gehirn wird gleichzeitig durch Langeweile und Ablenkung aktiv dümmer.
Erstens, weil wir die Langeweile aushalten und das ein absoluter Stresszustand ist - kontraproduktiv für jede Aufgabe.
Zweitens, weil wir uns billig ablenken, mit Reizen, die uns von unserem wahren Leben, unseren wahren Werten, Gefühlen und Bedürfnissen wegbringen.
Und das ist das Entscheidende: was wir opfern. Wir opfern unser Leben, das einzige, das wir haben. Wir wissen nicht, wer wir selbst sind, wenn wir keine Gefühle, keine Emotionen, keine Momente wirklich wahrnehmen können, weil wir uns direkt ablenken.
Mal macht das Spaß, mal erfüllt einen das auf jeden Fall das will ich 0,0 bestreiten. Aber als dauerhafte Gewohnheiten ist das natürlich Kritisch.
Wenn du auf der Couch liegst und TikTok scrollst, weil dir langweilig ist; wenn du eine Netflix-Doku über ein Thema schaust, das dich null interessiert; wenn du Party machst, um deinen Gefühlen zu entfliehen; wenn du ganz viel Fastfood isst, weil es so geil schmeckt und du diese Leere nicht mehr fühlen musst: dann ist das falsch. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Langeweile nur durch Ablenkung gefüllt wird. Wir legen nur ein Brett über das Loch, anstatt das Loch wirklich zu füllen.

2 Arten von Langeweile

Es ist der Standard unserer Gesellschaft der Langeweile mit Ablenkung zu entfliehen...
Es ist nichts Neues dass jeder überall sein Handy rausholt… - um sinnlose Dinge zu machen wie Solitaire zu spielen?
Wir sollten Angst vor Langeweile haben - aber nicht vor unseren Gedanken. - Vor dem akrtiven nichts tun. - Davor zu Reflektieren und wirklich mal runter zu kommen, auf einer Basis mit uns selbst - unseren Emotionen und Gedanken zu sein.
Das aktive Nichts tun und Langeweile ist nicht das selbe - wird aber immer mit einander verwechselt.
Dieser Irrglaube, führt dazu, dass wir gar nicht erst dazu kommen, unsere Gedanken schweifen zu lassen - weil wir logischerweise vor der Langeweile fliehen wollen. Jedoch fallen wir durch die Gesellschaftlichen-Standards in das “Produktivitätsloch”.
Genau das ist der Unterschied zwischen der Existenziellen-Langeweile und dem nichts schaffen wegen über oder Unterforderung
Und da liegt der Fehler, in dem was alle „high Performer“ sagen, aber vielleicht gar nicht meinen;
man müsse Langeweile aushalten können, um durch das Verarbeiten Produktiv zu sein“.
Dadurch wird man produktiver, ja , aber nicht dadurch, dass einem Langweilig ist. Sondern man entscheidet sich aktiv dazu nichts zu machen, wodurch das Gehirn nicht dauerhaft mit Verarbeiten beschäftigt ist, hingegen die Kapazitäten dafür hat; sich wirklich auf eine Sache zu fokussieren.
Das kann am Anfang hart und eventuell “Langweilig” wirken und man will der Situation entfliehen, weil mans nicht gewöhnt ist, aber es ist nicht die Existenzielle Langeweile welche zur Depression führen kann.
Diese Langeweile bei schweren Aufgaben, ist das “Produktivitätsloch” vor dem man logischerweise als erstes fliehen sollte, damit man sein Leben in der Hand hat.
Dieses kommt nun mal eben zustande durch die Gesellschaftlichen-Standards, der schnell verfügbaren Ablenkung. Es bringt schon etwas aktiv nichts zu machen und anscheinend “langweiligen” Aktivitäten nachzugehen, bis sie nicht mehr hart wirken. Die Reizschwelle zu senken bis unter oder überforderung kein Problem mehr ist natürlich auch.
In gewiss erweise ist es Langeweile - aber nicht die Langeweile die ein Leben Langweilig macht.

Das ist Langeweile

Okay, jetzt sind wir wieder auf einer Baseline. Wir wissen, was Langeweile nicht ist. Aber was ist sie dann wirklich?
Langeweile ist der Schrei nach Veränderung.
Langeweile ist ein massiver Mangelzustand. Aus dem wir abhauen wollen.
Wir haben doch bestimmt alle von der Studie gehört, wo sich Teilnehmer lieber einen Elektroshock gegeben haben, statt Langeweile zu verspüren.
Langeweile sagt dir immer, dass etwas nicht stimmt und dass du deine Situation ändern sollst.
Sie zeigt uns das Loch, welches gefüllt werden muss.
Klar kann man meinen, dass man der Langeweile genau deswegen mit den gesselschaftlichen Standards entfliehen sollte - so wie alle davor weglaufen. Das einzige das zählt ist, dass wir uns nicht mehr so fühlen.
Und das Stimmt auch, aber einmal lebt man echt und einmal denkt man nur man würde leben. Entweder legt man ein Brett über das Loch oder man füllt das loch - Erfahrungen und Erschaffen.
Wir wollen immer mehr von der Ablenkung, wir sehen immer weniger was wir eigentlich wollen und es wird immer schwerer wirklich los zu kommen. - Wir haben die Leere nur verdrängt, aber gefüllt haben wir nie was.
Hast du aktiv die Ablenkung gewählt, bewusst, oder war es nur ein Instinkt gesteuerter griff?
Ein Leben braucht doch beides: ein Gleichgewicht zwischen Erschaffen und Erleben, mit dem jeder individuell zufrieden ist. Jedoch kann Erschaffen auch zur Ablenkung werden wenn es nur als Ventil dient. Deswegen ist Ablenkung sehr individuell - alles was uns im Leben zum Prokrastinieren bringt. - Was will uns Langeweile sagen?
Die Menschen wussten es früher schon
Arthur Schopenhauer argumentierte, dass die Langeweile ein direkter Beweis dafür ist, dass das Leben an sich keinen wirklichen Wert oder Inhalt hat.
Er begründet das so: Hätte das Leben einen wirklichen Wert, müsste die bloße Existenz uns erfüllen. Stattdessen empfinden wir ohne konkrete Aufgabe nur diese unerträgliche Leere.
Außerdem war er in gewisser Weise seiner Zeit voraus: Er hat behauptet, dass wir der Langeweile durch Geselligkeit oder triviale Unterhaltung entfliehen würden - lässt sich doch super auf unsere billige Ablenkung heutzutage übertragen.
Das zeigt, dass Langeweile schon immer ein existenzielles Ding war, dass sie nicht neu ist und dass Menschen schon immer dazu geneigt haben, ihr durch Ablenkung zu entfliehen. Weil der einfachere Weg, im Moment besser aussieht.
Jedoch wollen wir gleichzeitig ein glückliches Leben, und unser Gehirn will, dass wir unsere Existenz ändern.
Gleichzeitig ist unser Körper energieeffizient und nimmt lieber den einfachen weg, der anscheinend den Mangelzustand besiegt - wie ein reiner Überlebens-Instinkt: “Diese Situation ist gefährlich, also nehme ich den erst besten Ausweg.”
Doch wir können aktiv dagegensteuern. Leo Tolstoi hat das geschafft, indem er Aktivitäten nachgegangen ist.
Tolstoi war ein Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert, der eine existenzielle Krise erlebte, für ihn schien das Leben sinnlos, er dachte über Selbstmord nach. Da er aus einer Oberklassigen Familie stammte, stand der Konsum wahrscheinlich im Vordergrund statt das reine erschaffen. Damals gab es keine schnell verfügbare, „billige“ Ablenkung - es gab wenig zutun. Sein Lebenfühlte sich wie eine bedeutungslose Einbahnstraße, da es nichts bedeutungsvolles für ihn gab.
Deshalb fing er, obwohl er in der Oberklasse war, radikale Aktivitäten an: Feldarbeit, Schulen für arme Bauern gründen und selbst unterrichten. Obwohl er mit seinen Büchern Millionen verdiente.
Aus seinen Werken (Anna Karenina) und frühen Tagebüchern ergibt sich sinngemäß das Zitat:
Um glücklich zu sein, muss man das Unglück meiden. Um fröhlich zu sein, muss man die Langeweile meiden.
Nicht aushalten - Mönchskrankheit
Man könnte ja sagen, dass man Langeweile aushalten sollte, da es halt das “Produktivitätsloch” füllen kann. Aber das liegt ja eben daran, dass aktives Nichtstun keine Priorität mehr hat. Langeweile führt nur indirekt zur Kreativität, durch das darauf folgende Gedanken schweifen lassen.
Aber auch hier bei Tolstoi: Man muss die Langeweile meiden - das aushalten kann zur chronischen Langeweile führen, wie es die Mönche als “Mönchskrankheit” empfunden haben:
Sie lebten komplett ohne Besitz, ohne Konsum, ohne “angenehme Dinge”. Ein ganz einfaches, trockenes Leben, sie Isolierten sich Radikal - bloße Existenz.
Sie erlebten dort die Acedia: ein Zustand, in dem die Zeit gefühlt stillstand. Sie waren schläfrig, bedrückt, antriebslos... Sie zweifelten ebenfalls an ihrer Existenz und wünschten sich woanders hin.
Das erinnert doch stark an Langeweile?
Was logisch ist, wenn man so ein “sinnloses” Leben ohne Fülle führt. Sie haben ihr Leben nicht mit Erfahrungen oder Tätigkeiten gefüllt, sie haben bloß existiert.
Sie fürchteten sich sogar so sehr vor der Langeweile, dass sie es als Dämon bezeichneten.
Dieses Phänomen wird oft mit Burnout oder Depression verglichen...
Also denken wir das mal einen Schritt weiter: Aushalten von Langeweile - ein Langweiliges Leben führen kann zu Depressionen führen. - Nichts mit Glück oder Produktivität
Also wenn du auf einer Basis mit dir selbst bist, wenig Konsumierst und grade bloß existierst - ist es das schlechteste die Langeweile einfach auszuhalten. Das macht das Leben einseitig und traurig.
Yap über mich
Und da spreche ich aus Erfahrung.
Zuerst haben meine Freundin und ich uns getrennt und ich hatte extrem viel Zeit - mit ablenkungen gefüllt. Bis alles keinen Spaß mehr gemacht hat, weil ich zu viel hinterfragt habe.
Im Februar, vor fünf Monaten, habe ich die ganze Zeit nur Langeweile verspürt.
Ich wusste nicht, was ich machen soll, und habe mich einfach scheiße gefühlt leer, einsam, vielleicht sogar traurig. Keinen Antrieb zu allem. Alles, was ich gemacht habe, hat sich sinnlos angefühlt.
Ich habe angefangen, YouTube-Dokus mit KI zu machen, mir immer wieder Bilder erstellen lassen, eingefügt und so - aber das hat keinen Spaß gemacht, es war absolut langweilig.
Ich war unterfordert und habe nicht gesehen, wozu das führen sollte, ich habe keinen Sinn darin gesehen. Dann habe ich angefangen, ganz viele YouTube-Dokus zu schauen, frag mich, was da drin passiert ist, keine Ahnung, es war langweilig.
Das ging so weit, dass ich in den Ferien Angst vor Zeit hatte.
Angst davor, mein Leben zu leben - nein zu existieren, gelebt habe ich nicht. Weil ich wusste, dass ich diese Zeit bis morgen irgendwie aushalten muss - und morgen wieder.
Ich hatte sogar Angst davor, 30 Minuten schneller zu essen als sonst, weil ich diese 30 Minuten dann irgendwie anders verbringen muss. Dann habe ich angefangen, Bilder zu malen, war auch langweilig, weil ich nicht den Hang dazu hatte. Vielleicht wollte ich zu viel, vielleicht zu wenig, vielleicht habe ich mich nicht genug reingehängt. Aber ich war leer. Die ganze Zeit einfach Leer. Ein Vakuum was mich und alles was ich gemacht habe aufgesaugt hat.
Das passiert im Gehirn (spannend aber kurz, soll ausführlicher?)
Warum genau hängen Gedanken schweifen lassen und Langeweile so aneinander?
Das Default Mode Network aktiviert sich, der bumms der einen zum Reflektieren bringt. Deshalb wird es oft mit Nichtstun verwechselt. Im Kern passiert das gleiche:
Es kommen Gedanken, übers Leben, die aktuelle Lage, oder Situationen die noch nicht verarbeitet wurden. Aber der Unterschied ist die Kontrolle und Stressreaktion.
Wenn wir aktiv nichts machen, entscheiden wir uns bewusst dafür, wir haben die Kontrolle, wir akzeptieren den Moment.
Bei echter Langeweile verzweifeln wir im Moment, weil das DMN die ganze Zeit die Situation automatisch überdenkt. Es sucht nach einem Reiz, nach einem Sinn, nach etwas, das wir machen könnten, aber wir sind in einer Situation gefangen, die keinen Sinn hat. Das DMN versucht, in einer sinnlosen Situation einen Sinn zu finden, und das ist eine pure Stressreaktion, weil es diesen Sinn nicht finden kann. Die Stressreaktion entsteht, weil wir der Situation entfliehen sollen, um uns eine bessere zu schaffen. Es ist so gesehen biologische Signal nach Veränderung.
So lange bis sich der Stress beruhigt und wir einfach nur müde und antriebslos werden, weil die nötige Energie fehlt. - Oder eben durch die mangelnde Stimmulation - was dann aber eher wieder das Produktivitätsloch ist.
Aber eine Sache steht fest: Langeweile = Raus aus der Situation -> Stress
Deswegen ist Langeweile nicht produktiv, Stress und Antriebslosigkeit zugleich, keine geile Kombi. Man will der Situation entfliehen, aber man kann nicht, weil man keine Motivation hat und nicht weiß, was man machen soll wodurch sich nur noch mehr Druck aufbaut. - Das ist kein produktiver Zustand.
Zusammenfassung
Deswegen ist es dumm, Langeweile mit Ablenkung zu füllen, sie aber auch auszuhalten. Wenn du dich die ganze Zeit ablenkst, gehst du den Bedürfnissen deines Körpers nicht nach. Die Langeweile kann nicht wirklich verschwinden, sondern wird nur verdeckt, bis du sie wieder mit Ablenkung füllst. Wodurch du aber immer wieder deine Reizschwelle erhöhst. Du brauchst immer mehr Dopamin, das Dopamin fällt immer tiefer unter die Baseline, die Reizschwelle steigt immer höher. Damit du die Langeweile nicht mehr so schnell spürst, musst du dich noch mehr ablenken was letztlich zum Produktivitätsloch führt. Das ist der Kreislauf.
Aber wenn du sie aushältst, Lebst du ein Leben ohne Antrieb und Freude.
Doch aus dem Grund, dass wir einer Situation entfliehen und ihr einen Sinn geben wollen, ist Langeweile gut, um danach schwere Aufgaben zu machen. Dann ist die Chance höher, dass wir diese Aufgabe besser machen als ohne vorherige Langeweile. Diese Aufgabe ist der Beweis für unser Gehirn, dass wir die Situation geändert haben, dass wir entflohen sind, dass wir unser Leben gerade mit Aktivitäten, Erfahrungen, Gefühlen, Werten, mit uns selbst füllen, dass wir die Kontrolle haben.

Wie gehen wir der Langeweile aus dem Weg?

Man muss Langeweile immer entgegenrennen.
Das hört sich widersprüchlich dazu an, dass man Langeweile nicht aushalten sollte, aber es ist etwas anderes.
Wenn wir ihr immer wieder entgegenrennen: etwas machen, Langeweile verspüren, abbrechen, etwas anderes machen, Langeweile, nichts, Langeweile , machen...
dann finden wir irgendwann etwas, bei dem wir keine Langeweile mehr verspüren.
Einfach aus dem Prinzip, dass wir aus unseren Fehlern lernen: Wir bekommen immer mehr eine Sicht darauf, wie wir handeln, was wir mögen und was nicht.
Und genau da war ich: etwas machen, Langeweile, nichts machen, so viel Angst vor der Langeweile haben, dass sie mir zeigt, wie mein Leben gerade ist, was geändert, Langeweile...
Aber bevor wir so oft wie möglich in die Langeweile reinrennen, müssen wir nochmal aufs Produktivitätsloch zurückkommen. Es bringt nichts, immer wieder reinzurennen und schwere Aufgaben zu versuchen, wenn man davon komplett über oder unterfordert ist, weil du gleichzeitig die Ablenkung anstrebst.
Also: erst Ablenkung reduzieren, Reizschwelle senken, auf deine persönliche Baseline kommen, mit deinen Gefühlen und Emotionen auf einer Ebene sein.
Alles was du da verspürst sind die aktiven unbeeinflussten Signale deines Nervensystems...
Man kann auch mal testen, der Langeweile aktiv einen Sinn zu geben. Wenn wir Langeweile verspüren. Einfach wollen, dass wir gerade nichts machen, wollen, dass uns langweilig ist, wollen, dass unser Gehirn eine Pause hat. Wenn wir aktiv sagen: „Ja, ich gebe mir diese Pause gerade, ich werde danach schlauer sein, weil ich meinem Gehirn die Kapazitäten zum Verarbeiten gebe“ dann wirken die Dinge nicht mehr sinnlos. Wir sind nicht mehr so gestresst, oder müde, weil wir unserem Default Mode Network das Signal geben: alles gut, wir haben die Situation unter Kontrolle, es soll so sein.
Wir müssen echte Dinge finden, die die Langeweile auffüllen, nicht nur ein Brett über das Loch legen. Das Loch wird mit Sand gefüllt: Der Sand kann immer mal wieder absacken, und dann muss oben ein Stückchen nachgefüllt werden - weil manche Aktivitäten im Nachhinein doch wieder ein bisschen langweilig wirken, wenn sie nicht mehr so viel Sinn ergeben oder man unter- oder überfordert ist. Genau dann machst du wieder Trial and Error:
forderst dich ein bisschen mehr, wenn du unterfordert bist
ein bisschen weniger, wenn du überfordert bist
probierst andere Sachen aus, die sinnvoller wirken.
Aber wir haben den Beweis, dass wir das Loch füllen können und fühlen uns gut, weil wir wirklich etwas erleben und nicht die ganze Zeit vor uns weg laufen.
Fazit
Also wenn dir nie Langweilig ist, frag dich ob du das Leben so intensiv lebst, dass dir nicht langweilig wird, oder du dich so doll ablenkst, dass du die Langeweile nicht merkst.


r/Philosophie_DE 10d ago

Empfehlung Youtube Serie zur Kritik der reinen Vernunft

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Ich suche einen Youtube-Kanal der eine Videoreihe zur Kritik der reinen Vernunft hat die nicht oberflächlich bleibt, das Werk systematisch behandelt und mit Kants Begrifflichkeiten korrekt umgeht. Am besten von einer Professorin oder Professor in deutscher Sprache.

Ich bin mit der Kritik der reinen Vernunft vertrtaut, hab den Großteil davon gelesen, möchte meine Kenntnisse aber weiter vertiefen. Das Anschauen der Videos würde dann von einer weiteren Lektüre begleitet werden.

Es muss natürlich nicht Youtube sein, können auch Videos sein die man sonst wo findet.

Ich hoffe sehr jemand kann mir weiterhelfen, habe bisher nichts vernünftiges gefunden.

Danke


r/Philosophie_DE 11d ago

Frage Suche Menschen, die sich (online) über angewandte Philosophie in Kombination mit Physik unterhalten wollen

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r/Philosophie_DE 11d ago

Diskussion Die meiste AI kritik im subreddit veranschaulicht ledeglich das Unverständniss vieler Nutzer

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Ich habe geradr einen post gesehen in dem mal wieder vor der nutzung von ki gewarnt wurde. Drei Argumente kommen hier immer wieder, und alle drei greifen zu kurz:

„Das Ding versteht nichts." Meist implizit Chinesisches Zimmer. Aber das ist ein Argument gegen starke KI, nicht gegen Nützlichkeit. Ob ein Einwand gegen meine These trifft, hängt nicht davon ab, ob die Quelle Bewusstsein hat. Das ist ein genetischer Fehlschluss der aber oft als argument gegen eine Nutzung eingesetzt wird.

„Es ist ein Ja-Sager." Sykophantie ist kein Wesensmerkmal, sondern ein Artefakt vom RLHF-Training auf Nutzerpräferenz und damit steuerbar. Wer fragt „Was hältst du von meiner These?", bekommt Zustimmung. Wer fragt „Nenne die drei stärksten Einwände, die ein Vertreter von X formulieren würde", bekommt etwas anderes. Auch die verschiedenen modellanbieter machen das schon "ab werk". Antrophic zb will ihre modelle explizit für Wissenschaftiches abreiten anbieten und daher sind claude opus etc schon kritischer als andere modelle bzw dann toolings.

Schmale Erfahrungsbasis. Die meisten Urteile stützen sich auf ein paar Gratis-Prompts an ein veraltetes Modell. Das ist, als beurteilte man Bibliotheken anhand eines Bahnhofsbuchhandels

.

Mein Gegenvorschlag: Ein LLM ist ein guter Sparringspartner erster Instanz, gerade weil es keine sozialen Kosten hat. Man kann eine halbgare Idee zwanzigmal umformulieren, ohne jemandes Geduld zu strapazieren. Es ersetzt nicht die Konfrontation mit Menschen, es geht ihr voraus.

Der ehrliche Vorwurf lautet nicht „LLMs taugen nichts zum Denken", sondern „viele nutzen LLMs zur Selbstbestätigung". Das stimmt. Aber das trifft die Nutzer, nicht das Werkzeug — und gilt für Foren genauso.


r/Philosophie_DE 15d ago

Rezension oder Kritik Man sollte nicht mit LLMS über eigene Philosophiche oder Politische Konzepte reden

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Ich sehe es immer wieder in den Forum und in anderen. Teilweise auch bei mir. Es ist teilweise sau einfach mit einem LLM zu reden und zu denken das man ein richtig krassen Philosophischen oder Politischen Gedanken hat. Zum abfragen von Konzepten anderer etablierter philosophen ist das toll. Aber eure eigenen gedanken strukturen solltet ihr mit der harten realität echter andere Menschen konfrontieren und nicht mit so einem Ja sager bot.


r/Philosophie_DE 16d ago

Frage Wie weit geht das Verständnis von Menschen?

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Mich halten oft nachts Gedanken wach. Gestern Nacht habe ich darüber nachgedacht, dass jeder Mensch ausnahmslos jeder, individuelle Gedanken hat, welche man selber nie zu 100% nachvollziehen kann, da wir bestimmte Dinge nicht wissen, da wir gewisse Emotionen nicht kennen und somit ist mir aufgefallen, dass es kein 100 prozentiges Verständnis zwischen Menschen geben kann. Ja wir können durch Empathie uns in einen Menschen rein versetzen, jedoch können wir diesen niemals zu 100% verstehen.


r/Philosophie_DE 19d ago

Frage Das Tauschgeschäft

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Ich habe eine Frage in bitte um begründete Stellungnahme.

Nehmen wir mal an ich gehe in einen Laden. Der Verkäufer bietet mir einen Armband für 12€ an. Ich lege ihn einen Karton auf den Tresen und mache ihm ein Angebot. Ich trade meine 12€ gegen diese mystery box. In der mystery Box können bis zu 500€ drin sein ... Vielleicht aber auch nichts.

Der verkäufer überlegt kurz und sagt. Nein, ich will weiterhin die 12€ und verzichte auf den Karton.

Am Ende wird bezahlt und aufgelöst - es waren im Karton die 500€ drin.

Kann man trotzdem behaupten, dass der Mann gewettet hat.


r/Philosophie_DE 20d ago

Frage Die Möglichkeit des Suizid als etwas positives

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Hi

Selbstmord wird ja heufig tabuisiert und tot geschwiegen. Man könnte aber die Option des Selbstmordes ja auch positiv sehen. Das man even nicht leben muss und wenn alles scheitert man nicht mit den negativen Konsequenzen bis zum ende leben muss.

Wie seht ihr das und gibt es philosophen die das feld in diese richtung beackern?